top of page

Vorbereitung statt Budgetierung - die ökonomische Wettervorhersage

Die einseitige Sicht nach Innen und die derivativen Zahlenspiele, die Budgets mit sich bringen, behindern einen wachen und aufmerksamen Blick nach Außen, auf die Kunden, auf den Markt, auf die Umwelten. All die Schwierigkeiten, die Budgets und Planung erzeugen, können daher selbst die Existenz eines Unternehmens gefährden. Die Alternative ist, hier eher eine Haltung einzunehmen, die Götz Werner von dm einmal so umschrieben hat: “mit dem, was wir heute tun, haben wir die Zukunft schon geschaffen”. Purpose-orientierte Unternehmen fragen sich fortwährend: macht diese oder jene Entscheidung Sinn? Und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen trifft man, in dem man wirtschaftliche Sachverhalte kognitiv und intuitiv bewertet, also mit Bauch und Verstand. Dazu muss man jedoch nachdenken, ein bisschen rechnen und in sich reinhorchen. Das ist wesentlich vielversprechender als ein Budgetplanung. Wichtig ist natürlich, dass hierzu eine Entscheider*in jederzeit Zugang zu aktuellen Daten und Zahlen haben muss, was wiederum nur mit ordentlichen IT-Systemen zu gewährleisten ist…


In diesem Zusammenhang fällt mir oft auf, dass Unternehmen, die weniger gute Prozesse im Finanz- und Rechnungswesen haben, eher dazu neigen, den Fokus auf Planung zu legen. Das erscheint auf den ersten Blick paradox. Ich erkläre mir das so: In einer mehr und mehr digitalisierten Welt mit einer schier unüberschaubaren Anzahl an Tools, tuen sich die Verantwortlichen im Finanz- und Rechnungswesen zuweilen schwer solide Finanzprozesse, neben dem ganzen Tagesgeschäft aufzubauen. Der dennoch vorhandene Gestaltungswille kanalisiert sich dann zuweilen im Aufbau parallelen Budget- und Planung-Wirklichkeiten. Menschlich ist das verständlich, für eine Organisation kann das aber eine schrittweise, schleichende Entkopplung von der Realität der Kunden und des Marktes bedeuten - selbstredend, dass das gefährlich ist.


Unternehmen, die anfangs partout nicht von der Planung ablassen können, lade ich ein, statt der Budgetierung eine sogenannte ökonomische Wettervorhersage zu erstellen. Das ist eine Prognose, welche die ökonomische Großwetterlage beschreibt. Im Unterschied zur Budgetierung ist die Wettervorhersage jedoch wesentlich schneller erstellt, es fließt die Markteinschätzung der Expert*innen ein und die Prognose hat keine Vorgabecharakter. Sie dient vielmehr als Vorbereitung auf die Zukunft und nicht deren Planung - das ist ein Unterschied.


Die nachfolgende Tabelle fasst den Unterschied zwischen der traditionellen Budgetierung und der ökonomischen Wettervorhersage zusammen:

Übersicht Ökonomische Wettervorhersage vs. Budgetierung
Ökonomische Wettervorhersage vs. Budgetierung

Literaturhinweise und Lese-Empfehlungen


Pfläging, N. (2011). Führen mit flexiblen Zielen - Praxisbuch für mehr Erfolg im Wettbewerb. Frankfurt am Main / New York: Campus Verlag.


Dietz & Kracht (2011), Dialogische Führung Grundlagen – Praxis – Fallbeispiel: dm-drogerie markt, Campus: Heidelberg, S. 65.




Comments


Literaturverzeichnis
bottom of page